Sendung im SWR: Arm durch Pflege wie Familien im Alltag ums «Überleben»kämpfen

Der Pflegekräftemangel ist mittlerweile nicht «nur» ein Deutsches Phänomen. In Skandinavien, wie z.b in Schweden, sitze ich tagtäglich da und warte auf Pfleger die da nicht kommen. Ein Anruf genügt, um mich in Schockstarre zu setzen.

Die Eltern von Elias mit SMA Typ 1 aus Baden Württemberg, erleben diese Situation genauso. Heute wird in der Sendung «Zur Sache Baden-Württemberg» im SWR um 20:15 Uhr über darüber berichtet, wenn Eltern verarmen durch die Pflege ihrer Kinder.

Der Pflegekräftemangel belastet die ganze Familien nicht nur seelisch, auch das finanzielle wird das große Problem. Elternteil können nicht arbeiten, Eltern werden für dieselbe Arbeit nicht entlohnt, zurück bleibt eine Familie die ins das soziale System Harz IV rutscht.

Was tun um aus diesem Dilemma heraus zukommen!
Man kann nichts tun, wenn der Staat nicht mithilft.

Wir entschieden uns dafür, dass ich meinen Job als Hilfsmittelassistentin solange Ruhe lasse, bis ich eine Krankenschwester fand. Mein Freund ist Architekt und wir leben zusammen, ohne Trauschein. Wir haben drei Kinder, darunter Zwillinge, der Junge hat SMA Typ 1-2. Durch Xing fand ich eine Intensivkrankenschwester, unsere Perle. Sie betreut unser Sohn mit SMA 1-2, während wir arbeiten können. Im Gegensatz zu Deutschland, müssen wir die Kosten selbst tragen.

Für die Schule habe ich seit geraumer Zeit eine Schulassistentin. Auch sie begleitet ihn bei seinen Aktivitäten in der Schule. Wenn sie mal ausfällt durch Krankheit, geht meine Mutter mit unserem Sohn zu Schule. Unser Sohn ist überaus intelligent und geht in eine Förderschule – jeden Tag 3 Std.

Kinder unter 16 Jahre bekommen in Schweden keine Vollzeitassistent , weder die Unterstützung die man benötigt. Erst jetzt reagiert die schwedische Regierung darauf, dass
Atmung (Beatmung ) , Hilfe bei der Fütterung durch eine Sonde als Grundbedürfnisse angesehen wird. Somit haben wir Eltern vielleicht die Hoffnung das sich ab Spätsommer etwas ändert. Auch wenn Schweden die 4 beste Gesundheitssystem hat, so sind massive Einsparungen in Gange, die vorallem uns Eltern treffen.

Deutschland steht daher nicht alleine mit dem Problem da. Wir sind EU und wir sollten das beste für unsre Kinder, Alten anstreben. Dazu gehört eine abgesicherte Zukunft für Eltern die ihre Kinder pflegen in diesem hohen Ausmaß.

Liz brachte es gestern auf den Punkt.
Wenn ich sehe das Deutschland Millionen Euro in andere Länder pumpt, fragt man sich allmählich, woher kommt plötzlich das Geld! In der Pflege/Gesundheit wird eingespart, da wird unser Geld einfach so ausgegeben, wo unser Gesundheitssystem es notwendiger haben. Wir haben mittlerweile genug Baustellen, wo saniert werden müsste. Darunter zählt auch unsere Pflege von Jung/Alt. Wir haben nach Island und vor Norwegen auf Ranking 10 das gesündeste Menschen hier lebem, welche auf 81 Jahre im Durschnitt werden. Um dies halten zu können, muss man «JETZT» investieren und unser System muss gepflegt werden.
Das bedeutet in Pflegekräfte, der Job muss attraktiver werden und mehr entlohnt werden.

Publisert av

Liz

Until those day, was my kiss of death been stronger than those of the devil. I like to ride through hellfire with him ,when I come out victorious afterwards. I'm strong and proud rheumatoid arthritis warrior Följ mig, tack! Liz - Fotoblogg Spelblogg

12 tankar om “Sendung im SWR: Arm durch Pflege wie Familien im Alltag ums «Überleben»kämpfen”

  1. Möchte gerne Peters, Liz, Markus Kommentar kommentieren.
    Meine Worte mögen nun hart klingen.
    So hart es ist, ich kann nicht die Allgemeinheit damit belasten, weil ich mich für mein behindertes Kind entschieden habe.

    Was den Fachkräftemangel und die Ausbeutung in unserem Gesundheitssystem angeht. Es ist ein erschreckender Trend der gestoppt werden muss, durch den Gesetzgeber, nur er alleine kann handeln.

    Die Menschen werden immer älter, auch in Deutschland. Pflege wird der Zukunftsmarkt werden. Die Arbeit muss entsprechend entlohnt werden, sonst bekommen wir irgendwann das Gefälle, welche wirklich nur noch die Reichen sich das System leisten können.

    Liz, wie war das bei dir in den 80er Jahren. Hatte deine Eltern irgendwie Hilfe durch Fachkräfte? Du benötigst doch bestimmt durch deine Krankheit unterstützung im Anziehen, Hygiene usw bei den Einschränkungen.

  2. Hallo Kerstin,

    ich (wir) möchten gerne deine Antwort kommentieren. Ich spreche gerade mit Liz am Telefon um deine Frage beantworten zulassen.

    Zuerst zu deinen Worten

    So hart es ist, ich kann nicht die Allgemeinheit damit belasten, weil ich mich für mein behindertes Kind entschieden habe.

    Das ist richtig und ich finde an deinem Satz als betroffene Mutter nichts verwerfliches daran.
    Wenn es solche Leistungen und Service nicht geben würde, müsste man auch ohne sie auskommen.

    Liz sagte gerade eben am Telefon. Ihre Mutter, welche auch alleinerziehend war und arbeitet, sogar Vollzeit, hatte damals keine Hilfe, weder Unterstützung durch das Amt.
    Es gab einfach keine Pflegekräfte. Nothing.
    Liz benötigt heute noch Hilfe in ihrem Alltag, die sie aber durch Ehemann, Freunde und Familie abfangen kann. Sie hat ihr eigenes soziales Hilfswerk für sich aufgestellt.

    Sie hat durch diese Zeit viel gelernt , wovon sie im heutigen Leben viel profitiert.
    Sie ist dadurch nicht verweichlicht, so sagt sie. Sie ist hart geworden und kämpft bis um bittere ende.

    Als meine Zwillinge zu Welt kamen und nach 8 Monate sich herausstellte das der Junge krank ist. War meinem Freund und mir klar, wir müssen unser Leben komplett neu planen.

    Gut dadurch das Nils Architekt ist, haben wir kein geregeltes Gehalt. Auch wir mussten umdenken, gerade in den langen Wintermonaten. Wir handhaben das er bei schönen Wetter arbeitet, sobald es schlecht wird, bin ich unterwegs in Vollzeit.
    In Schweden müssen aber beide Paare arbeiten, sonst stehst du etwas verarmt da. Kosten von Nahrung ist dreimal so teuer wie in Deutschland. Mittlerweile habe ich einen kleinen Home Office Job bekommen, kann etwas in meinem Beruf arbeiten und dazusteuern.

    Auch wir haben uns Gedanken gemacht wie es weitergeht mit unserme Jungen!
    Was uns als Eltern schon schwerfällt, sollen andere in die Hände nehmen (Allgemeinheit)?
    Hallo da muss du realistisch bleiben.
    Was passiert wenn er uns am Ende doch noch überlebt, weil die Behandlung immer besser wird!
    All das sind Gedanken die muss man sich auch machen. Ich freue mich jeden Tag, wo er immer stärker wird.
    Mittlerweile sitzt er alleine im Rollstuhl und blättert in Bücher umher.
    Unsere Gedanken um die Zukunft, wir warten ab. Jetzt ist Leben angesagt.
    Meine Tochter sagte schon, wenn wir nicht mehr da sind, wird sie ihn pflegen. Sie will durch die Krankheit ihres Bruders ein Hospiz gründen, bis jetzt sehen wir es als Kinderträume. So ist es aber nun mal, unsere andere gesunden Kinder die keine Schattenkinder sind, machen sich mittlerweile auch Gedanken um die Gesundheitsbranche.
    Wollen ihren Bruder helfen, uns macht es Mut. Wir bereiten unseren Drei Kindern auf die Zukunft vor, in dem sie wahrscheinlich hart kämpfen müssen.

    Wir wissen das in der Vergangenheit auch in der Altenpflege große Misstände gab und es sie immer noch gibt, ich erinnere an dieses Aussage eines jungen Pflegers.

    Was die Altenpflege betrifft, betrifft auch die Kinderpflege.
    Das was geändert werden muss, ist jedem klar geworden.

    Mit diesen Post schließe ich diesen Beitrag.
    Wir danken euch allen für die aktive Teilnahme an der Diskussion.

    Schönes Wochenende auch im Namen von Liz
    Grüße Mia

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